PanzerguideKapitel
Digitales Panzerhandbuch

Und auch ab und an Rückwärts…

Und auch ab und an Rückwärts…

 

Wenn du das vorsichtige Bewegen im Gelände gemeistert hast und dich der gegnerischen Stadt immer weiter nähern konntest, ohne mit einem Zettel am Zeh auf einer Holzpritsche zu landen, hast du die erste Hürde gemeistert. Allerdings bist du noch weit davon entfernt, dir auf die Schulter klopfen zu können, denn jetzt wird die Sache erst richtig interessant. Wie bereits erwähnt, wird die Wahrscheinlichkeit entdeckt zu werden immer größer und der lästigste Feind des Panzerfahrers wird früher oder später das Gelände fluten und wie eine Horde Zecken über dich herfallen, wenn er nicht bereits irgendwo im Gebüsch liegt und du ihm gerade unwissentlich vor die Sprengladung fährst. Die Rede ist vom Sapper, der Geisel der Panzerfahrer! Ich kann ihre Gefährlichkeit nicht genügend betonen: sie sind zwar (natürlich) ungepanzert und schnell auszuschalten wenn man sie einmal entdeckt hat, doch sie können größere Entfernungen laufend zurücklegen ohne dabei großartige Geräusche zu verursachen (während du dich durch die Landschaft walzt, dass es eine wahre Freude ist), sind klein und können überall Deckung finden und sind vor allem hartnäckig wie Fußpilz, wenn sie es einmal auf dich abgesehen haben. Einige Panzer können sich noch recht gut gegen sie zur Wehr setzen, da sie über einen schnell drehenden Turm verfügen, doch einige, speziell der Tiger und die Sturmgeschütze, haben ziemlich schlechte Karten.


Was also tun, wenn du allein bist und kein Infanterist dir den Rücken decken kann?
Zuerst einmal wie gehabt so wenig Aufmerksamkeit erregen, wie möglich: den Motor nur anwerfen, wenn du auch fahren willst, nur dann fahren, wenn es nötig ist und nur dann feuern, wenn du ein lohnendes Ziel hast, dass du sicher bekämpfen kannst. Wenn du  unbedingt fahren willst und keine Gefahr im Verzug ist, dann fahre untertourig (wähle gleich einen hohen Gang und halte die Drehzahl so niedrig wie möglich), dadurch bist du leiser und schwerer zu orten. Wenn du einen Abhang herunterrollen kannst, dann nutze diese Möglichkeit ohne den Motor zur Hilfe zu nehmen. Solltest du das Gefühl haben, dass du bereits Gesellschaft bekommen hast, dann vertraue diesem Gefühl! Eine schnelle Absetzbewegung kann dir erstens die Haut retten und zweitens reißt du die Initiative wieder an dich statt mit dem Rücken zur Wand auf den Vollstrecker zu warten.

Der Gegner hat sich vielleicht umständlich und langwierig angepirscht und mit einem beherzten Einwerfen des Rückwärtsganges hast du ihm gerade den schönen Plan vermasselt. Wenn du ganz großes Glück hast, hat der Sapper gerade seine Deckung verlassen und steht nun mit heruntergelassenen Hosen vor dir. Wenn du weniger Glück hast dann bist du immer noch nicht sicher, ob überhaupt ein Sapper in der Nähe ist.
Deshalb sei clever und gehe weiterhin davon aus, dass er tatsächlich da ist (zu viel Vorsicht hat noch keinen umgebracht - im Gegenteil). Beachte auch, dass dein Panzer zwar mitten in einem Busch besser getarnt ist (das gilt auch für EA), du aber deine eigene Sicht verbaust und es für einen Sapper ein lächerlich Leichtes ist, sich durch eben diesen Busch an dich heranzuschleichen.
Stelle den Panzer also zwischen Buschreihen, denn letztlich geht Wirkung vor Deckung (nebenbei bemerkt kann dich eigene Infanterie besser vor Sappern schützen, wenn diese bis zu deinem Panzer noch einen kleinen Sprint über freies Gelände zurücklegen müssen).

Wenn du eben einen taktischen Rückzug eingeleitet hast, dann bleibe nicht nach nur 100 Metern stehen. Diese Entfernung ist kein Problem für einen Sapper. 500 Meter und mehr sind angebracht.

Dieses Spiel solltest du in der Nähe einer feindlichen Stadt oder FB immer wieder wiederholen, wenn du nicht gerade seit Stunden im Hinterhalt liegst, ob du nun jemals einen Sapper zu Gesicht bekommen hast, oder nicht.

Und während du so durch die Pampa schleichst und ständig die Gegend nach Feinden absuchst, kannst du dir auch gleich überlegen, wohin du deine Stellung das nächste und am besten auch übernächste Mal verlagerst, damit du im Notfall gar nicht  erst lang darüber nachdenken musst. Wer langsam und schwerfällig ist, muss eben immer mehrere Schritte im Voraus planen.